Meditation verändert die Biologie des Gehirns

Viele wussten es schon immer, inzwischen ist es auch wissenschaftlich erforscht: Meditation hilft bei Depressionen.

Gehirne von Teilnehmern eines Meditationskurses wurden vor und nach dem Kurs neurophysiologisch untersucht. Das Gehirn reagierte nach dem achtwöchigen Meditationskurs deutlich stärker auf akustische Reize, die depressive Grüblerei hatte abgenommen. Viele der Kursteilnehmer konnten endlich wieder klar denken. Meditieren kann also helfen die Aufmerksamkeit zu steuern; man verliert sie sich seltener in negativen Gedanken.

An Universitätskliniken wird versucht, wie man mit Hilfe von Mönchen und Yogis die aus dem Buddhismus und dem Hinduismus stammenden Meditationstechniken mit der modernen Medizin vereinen kann. Meditation wird heute in Kliniken zur Behandlung eingesetzt, denen es weniger um spirituelle Erleuchtung geht, sondern mehr um eine Besserung der Symptome.

Meditieren dient unter anderem dazu, mehr Ruhe und Gelassenheit zu erfahren, was manchmal besser wirkt als Medizin.

Mohn

Ein Dutzend verspannte und schlafgestörte Frauen und Männer mit der Diagnose „generalisierte Angststörung“ nahmen acht Wochen lang an einem Kurs zur Achtsamkeitsmeditation teil. Danach konnten sie ihre Ängste besser beherrschen, die Schlafstörungen waren weniger geworden. Ihr Gehirn hatte sich verändert, wie die Untersuchung im Kernspin zeigte: Teile der vorderen Hirnrinde wurden verstärkt durchblutet. Hier sitzen die Areale, die für das Regulieren von Gefühlen zuständig sind. Auch die Verbindung zwischen der vorderen Hirnrinde und dem Angstzentrum des Gehirns war stärker ausgeprägt.

Generell wird positives Denken heute von Ärzten ernster genommen. Sogar bei schweren körperlichen Erkrankungen kann der Mensch seine Genesung beeinflussen. Ob meditiert wird oder der Arzt eine positiver Erwartungshaltung weckt, es werden biochemische Veränderungen erzeugt, die über Blut oder Nervenbahnen die Organe beeinflussen. Diese Fähigkeit verbessert die Überlebenschance des Menschen. Die körpereigene Apotheke wird genau dann eingesetzt, wenn die Aussicht auf Heilung am wahrscheinlichsten ist..

Diese Notfalleinsätze verbrauchen allerdings Energie und haben manchmal schwere Nebenwirkungen. Ein Kontrollsystem sogt daher dafür, das mit den Heilkräften hausgehalten wird. Dieses Kontrollsystem arbeitet unbewusst, bekommt aber Hilfe durch das Gehirn, kann lernen und planen, wobei das Gehirn als Sensor fungiert. Und über diesen Sensor kann die körpereigene Apotheke gezielt eingesetzt werden, zum Beispiel durch Zuspruch von außen oder durch Meditation.

Gefühle wie Optimismus und Zuversicht haben einen starken Einfluss auf die Gesundheit gewonnen.Studien haben gezeigt, wer viel lächelt, betet oder meditiert lebt länger.Auch soziale Bindungen sind lebensverlängernd, einsame Menschen sind so gefährdet wie übergewichtige Raucher.

MohnDas Verhältnis zwischen Heiler und Heilendem ist wichtig für die Gesundung. Der Heiler kann die Zuversicht des Patienten wecken - durch Gespräch, das Aufstreichen von Salbe, das Einflößen von Medizin. Auch wenn ein Schamane nur Musik, Tanz oder beschwörende Rituale zur Verfügung hat, kann er beachtliche Heilerfolge erzielen.

Im Gehirn existieren Bereiche, die für solchen Zauber empfänglich sind - im Kernspintomografen lässt sich das anschaulich darstellen.

Meditation hilft dann am meisten, wenn sie zusätzlich zu einer klassischen Arznei angewandt wird, für positives Denken gilt das gleiche. Negatives Denken dagegen kann sogar die schmerzmilderne Wirkung von Opiaten vollständig ausschalten.

In den Industriestaaten breitet sich das Meditieren vor allem deshalb aus, weil man dadurch Stress abbauen kann. Manche meditativen Verfahren stellen die Bewegung in den Vordergrund, manche die Ruhe. Jeder sollte sich die Art aussuchen, die ihm am meisten zusagt, es ist noch nicht erforscht, welche Art der Meditation die besten Resultate hervorbringt.

Sicher ist inzwischen, dass Meditation im Gehirn die Regionen fördert, die für Erinnerung, Aufmerksamkeit und Konzentration zuständig sind. Sie hilft wirkungsvoll einen „Burnout“ zu verhindern und beeinflusst das Immunsystem positiv.

Integrale Meditation